Server- und Shopsystem-Optimierung

server optimierung und shopsystem optimierung

Bei einer Onlineshop-Optimierung werden folgende Ziele angestrebt:

  • Erhöhung der Conversion Rate (qualitative Umsatzsteigerung)
  • Erhöhung der Umsätze (quantitative Umsatzsteigerung)
  • Senkung der Kosten (Einmalige und laufende Kosten)

Dieser Artikel ist ein Teil der Artikelserie mit Praxismaßnahmen für die Optimierung eines Onlineshops, welche helfen, die oben erwähnten Ziele zu erreichen. Hier können Sie sich auch mit folgenden Artikeln vertraut machen:

  1. Server- und Shopsystem-Optimierung
  2. Optimierung der Usability
  3. Seitenoptimierung in E-commerce
  4. Marketing, SEO und Kundenservice für Onlineshop

WICHTIG: Diese Artikelserie können Sie als Broschüre herunterladen, damit Sie die Infos jederzeit bequem und einfach zugreifen. Laden Sie die Broschüre über Praxismaßnahmen für eine Onlineshop-Optimierung hier herunter.

Server Optimierung

Die Performance der Server Infrastruktur sorgt dafür, wie schnell Ihre Besucher zum Ziel kommen. Optimierung der Server-Infrastruktur sind die günstigsten Maßnahmen bei der Website Optimierung. Diese sollen daher als erste umgesetzt werden.

 

To Do‘s

Kommentar

Lassen Sie Ihren Onlineshop auf einen richtig performanten Server/Server-Infrastruktur umziehen.

Es gibt viele Anbieter die (scheinbar) performante Server anbieten, in der Tat sind diese gar nicht performant. Überprüfen Sie die Performance, bevor Sie einen langfristigen Vertrag abschließen.
Entscheiden Sie sich für einen virtuellen Server oder eine physische Server-Infrastruktur Unsere Erfahrung zeigt, dass mehrere physischen Server besser und performanter als ein virtueller Server sind. Bei einer klug aufgestellten Server Infrastruktur lassen sich die Ausfallzeiten fast so niedrig wie bei einem virtuellen Server halten. Im Durchschnitt hat man eine bessere Performance für niedrigere Kosten! Nutzen Sie ausschließlich Server mit SSD-Raids (z.B. 2 Server für DB und 2-4 Server für Shop-Software).
Lassen Sie den Server für beste Performance tunen Wenn die Server-Infrastruktur bestimmt und eingerichtet ist, tunen Sie die Einstellungen des Webservers und der Datenbank, damit die Abfragen schnellstmöglich abgearbeitet werden. Installieren Sie zusätzliche Software, die für Performance-Verbesserung sorgen soll - memcached, nginx, etc. Testen Sie Ihre Server Infrastruktur unter hoher Last, um festzustellen, was Ihre Server wirklich aushalten können.
Aktivieren Sie HTTP/2 Wir haben eine Performance-Verbesserung im Durchschnitt bis zu 20% alleine durch die Aktivierung von HTTP/2 gemessen. Von allen effektiven Optimierungsmaßnahmen ist diese die günstigste.
Keep-Alive erlauben Durch die Aktivierung von HTTP-Keep-Alive oder HTTP Persistent Connection kann dieselbe TCP-Verbindung mehrere HTTP-Anfragen zugleich senden und empfangen, dadurch wird die Wartezeit für nachfolgende Abfragen reduziert.
GZIP Komprimierung aktivieren Durch eine Komprimierung der Inhalte wird die Größe der von Ihrem Server gesendeten Dateien und die Ladezeit gesenkt.
Nutzen Sie nginx für statische Inhalte Die absolute Mehr wie Bilder, CSS, Javascripts
sonstige Optimierungen Schauen Sie bei GTmetrix und Google PageSpeed Insights, welche sonstigen Empfehlungen es für Ihre Website gibt.

Shopsystem Optimierung

Die Optimierung des Shopsystem ist eine kostenintensive dafür aber sehr wichtige Angelegenheit, die technische Qualität Ihres Shops zu verbessern.

 

To Do‘s

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Optimierung der Bilder Reduzieren Sie die Ladezeiten von Seiten, indem Sie Bilder in angemessener Größe, die für das Web optimiert wurden, hochladen. Alternativ lassen Sie auch Ihren Server spezielle Tools installieren und einrichten, die diese Aufgabe komplett übernehmen.
Kombinieren Sie die Bilder mit Hilfe von CSS stripes Vereinen Sie gleichartige Bilder (z.B. Icons) in einem Bild und lassen Sie den richtigen Ausschnitt (das ursprüngliche Bild) mithilfe von CSS darstellen.
Definieren Sie die Höhe und Breite für alle Bilder in Ihrem Onlineshop Durch solche Angaben wird ein schnelleres Rendern möglich, da keine unnötigen Anpassungen der Darstellungsgröße mehr erforderlich sind.
Nutzen Sie Browser-Caching Dank einer effizienten Nutzung der Browser-Cache Funktion lassen sich die Inhalte für wiederkehrende Besucher schneller laden. Teilen Sie die statischen Inhalte in Gruppen auf und bestimmen Sie die Lebensdauer des Cache für jede Gruppe.
Um ein effizientes Caching für öffentliche Ressourcen, z.B. Facebook, Google etc, zu ermöglichen, laden Sie diese Ressourcen herunter und liefern Sie diese von Ihrem Server aus.
 
JavaScripts entfernen, die das Laden der Website hinauszögern Um eine Seite zu laden, muss der Browser den Inhalt aller <script> -Tags parsen, was das Laden der Website zusätzlich verlangsamt. Stellen Sie sicher, dass die JavaScipts erst dann geladen werden, nachdem die Inhalte vollständig geladen sind.
Optimieren Sie die Reihenfolge von JavaScripts und CSS Durch die korrekte Anordnung von externen Stylesheets sowie Inline-JavaScripts können Daten parallel heruntergeladen werden, was die Rendering-Zeit des Browsers beschleunigt. Um das parallele Herunterladen zu ermöglichen, platzieren Sie ein Inline-JavaScript vor der externen CSS-Datei oder nach der nächsten Ressource.
HTML, JavaScripts, CSS minimieren Minimierung von HTML, JavaScripts und CSS kann einige dutzend oder hundert KB pro Seite einsparen, bezogen auf tausende Besucher kann eine solche Einsparung wesentlich sein.
Skalierte Bilder nutzen Man soll vermeiden, große Bilder via CSS und HTML zu verkleinern, denn diese werden vollständig geladen, auch um in einem kleineren Format gezeigt zu werden.
Nutzung von Server-Cache Bei Magento 2 und Shopware gibt es Varnish direkt aus der Box. Bei OXID brauchen Sie eine Enterprise Edition oder unsere innovative Lösung Varnish Cache Performance. Die große Kunst ist hier, nicht Varnish einzuschalten, sondern es richtig zu konfigurieren. Bitte überprüfen Sie, ob es wie erwartet funktioniert, sonst haben Sie es falsch konfiguriert.
JavaScripts und CSS vereinen Je weniger Dateien fürs Laden einer Seite notwendig sind, desto schneller wird die Seite geladen. Daher empfiehlt es sich, alle CSS Dateien und JavaScripts in so wenig Dateien wie möglich zu vereinen, im Idealfall - 1 JavaScript-Datei und 1 CSS-Datei. Manchmal ist es sogar sinnvoll die kleinsten CSS oder JavaScript Code Snipets direkt in HTML einzuschließen.
 
Lazy Loading nutzen Nutzen Sie Lazy Loading, damit die Nutzer die Inhalte schnellstmöglich sehen. Die Inhalte aus den unsichtbaren Bereichen können immer noch nachgeladen werden.
unnötige Module und Plugins abschalten Oft weniger ist mehr! Je mehr Module und Plugins Sie nutzen, desto langsamer ist Ihr Shop. Und oft ist der Nutzen geringer als der Schaden durch die Verlangsamung Ihres Onlineshops. Sie müssen wirklich gute Argumente haben (am besten statistisch bewiesen), warum ein Modul oder Plugin aktiv bleiben soll. Dieses Problem ist enorm wichtig bei Onlineshops mit über 20 Modulen.
unnötige Inhalte entfernen Nicht alle Inhalte, die Sie für wichtig für Ihre Kunden halten, sind auch solche. Führen Sie A/B Tests durch, um die Wichtigkeit der Inhalte zu überprüfen und entfernen Sie alle Inhalte, die für Ihre Kunden in der Tat unwichtig sind. Dadurch wird die Anzahl von Serverabfragen reduziert und die Ladezeiten werden verkürzt.
Refactoring von Code Die modernen Shopsysteme sind kompliziert, und es gibt diverse Lösungsalternativen für für das eine oder andere Problem. Nicht immer entscheiden sich die Programmierer/Kunden für die optimale Lösung. Auch eine schlechte Code-Qualität kann zu Performance Problemen führen. Bestimmen Sie mithilfe von Profiling die Schwachstellen und lassen Sie ein Code-Refactoring machen, um die Code-Qualität und die Performance Ihres Onlineshops zu verbessern.
 

Erstellung eines neuen Onlineshops

Wenn Sie mit dem bisherigen Onlineshop aus irgendeinem Grund nicht zufrieden sind, mag die Erstellung eines komplett neuen Shops die beste Optimierung sein, denn so kann man die gesetzten Ziele am schnellsten und am günstigsten erreichen. Gerade wenn der bisherige Shop zu lange ohne Updates und ohne Acht gelassen wurde, ist die Erstellung eines neuen Onlineshops eine richtig gute Alternative.

Lassen Sie sich in diesem Fall von einer kompetenten E-Commerce Agentur beraten, oder besser noch von zwei.

Und wenn Sie darüber nachdenken, einen komplett neuen Onlineshop erstellen zu lassen, kann die Umstellung auf eine andere Shopsoftware neue Möglichkeiten eröffnen. Es macht wenig Sinn, eine alte Shopsoftware zu nehmen und dort die Funktionen erstellen lassen, die es z.B. in einer anderen Shopsoftware schon gibt - so sparen Sie Zeit und Geld, wenn Sie z.B. direkt auf die neue Shopsoftware umsteigen.
 

To Do‘s

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Wählen Sie das richtige Shopsystem ausWählen Sie das richtige Shopsystem aus OXID 6, Magento 2, Shopware 5 - das sind die modernen Shopsysteme aus denen man auswählen sollte. Mit jedem Shopsystem kann man einen hochperformanten Onlineshop erstellen lassen. Jede Shop-Software hat eigene Vor- und Nachteile, die bei der Auswahl unbedingt zu berücksichtigen sind.
Wählen Sie die richtige Software-Edition aus Jedes Shopsystem bietet sowohl Community als auch andere Editions, die mehr Features anbieten, dafür für eine monatliche Gebühr zu haben sind. Die “höhere” Edition hat nicht unbedingt “besseren” Wert für den Anwender. Es sind die Total Cost of Ownership zu berücksichtigen.
Beauftragen Sie die richtige Agentur Es gibt viel zu viele Agenturen auf dem Markt. Und die richtige zu finden, ist keine einfache Aufgabe. Schauen Sie sich die Referenzen an und entscheiden Sie sich für eine die nicht die teuerste und nicht die günstigste ist, dafür aber sehr motiviert ist, ein gemeinsames Projekt mit Ihnen abzuschließen.

Weiterentwicklung und Ausbau des Onlineshops

Man kann unendlich in die Weiterentwicklung eines Onlineshops investieren, die wertvollste Erkenntnis dabei ist, dass nicht jede Idee umzusetzen ist, oder nicht jede umgesetzte Funktion im Shop auch zu belassen ist. Genau das ist der größte Fehler von vielen Onlinehändlern.

Ein anderes oft zu sehr vernachlässigter Effekt infolge der Weiterentwicklung ist die Verschlechterung der Performance. Jedes zusätzliche Modul oder Plug-in kann zur Verschlechterung der Ladezeiten und somit auch der Conversion Rate führen. Die Verschlechterung der Performance kann den positiven Effekt aus einer neuen Funktionalität komplett überdecken.

Wenn ein Onlineshop das “Reifestadium” erreicht hat (dh weitere Optimierungen sind kaum denkbar oder fraglich), ist es die beste Zeit, an einer richtigen Weiterentwicklung zu denken. Diese sollte primär durch A/B Testing geprägt sein, damit funktionelle Änderungen, die zur Verschlechterung der Conversion Rate geführt haben, aus Ihrem Onlineshop entfernt werden.

Ein gutes Beispiel sind die Banner auf der Startseite. Eine Agentur kann die Bilder auf der Startseite zu einem Zeitpunkt zwar optimieren, mit der Zeit wird der Shopbetreiber die alten optimierten Banner durch die neuen ersetzten, ob diese auch optimiert sind, ist eine sehr gute und berechtigte Frage. Am besten sollte hier die Firma eine Lösung vorschlagen, die dazu führt, dass alle neuen Banner und sonstigen Bilder immer vollautomatisch optimiert werden, egal ob diese hochgeladen oder aus der WaWi übertragen werden.
 

To Do‘s

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Hören Sie mit einer willkürlichen Weiterentwicklung auf Messen Sie die Auswirkungen der neuen Features an Ihre Conversion Rate oder Umsatz mithilfe von A/B Tests.
Messen Sie immer die Auswirkung der neuen Funktionen auf die allgemeine Performance Achten Sie darauf, dass die Änderungen keinen negativen Einfluss auf Performance und Ladezeiten haben. Zu viele scheinbar nützliche Module können einen richtig guten Onlineshop lahm machen.
Sorgen Sie dafür, dass bei der Optimierung die Ursachen, nicht die Folgen optimiert werden. Fragen Sie bei Ihrer Internetagentur, ob die eine oder andere Optimierungsmaßnahme in der Zukunft auch durchzuführen ist, oder es ist eine einmalige Angelegenheit. Ihre Agentur sollte die Ursachen von Ineffektivitäten beseitigen, nicht die Folgen!

Viele Shopbetreiber denken, eine Onlineshop Optimierung ist eine einmalige Angelegenheit, leider ist es nicht so. Denken Sie auch daran, dass die kontinuierliche Weiterentwicklung die vorher getroffenen Optimierungsmaßnahmen negativ beeinflussen und einige sogar komplett zunichte machen können, vor allem wenn diese Weiterentwicklung zur Erhöhung der Serverabfragen für das Herunterladen einer Seite oder zur Erhöhung der Bilderanzahl auf einer Seite und Erhöhung deren Größe führt. Die Optimierungsmaßnahmen sind in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

Weiterer Teil der Artikelserie: Optimierung der Usability